Pflegekräfte: Übernahme ärztlicher Aufgaben

Pflegekräfte sollen ärztliche Aufgaben übernehmen, befürwortet der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

In seiner Amtszeit, wolle er die Pflege zu einem großen Thema machen. Durch die Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen, Einhaltung von Personaluntergrenzen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, sowie der Entbürokratisierung, soll der Pflegeberuf an Attraktivität gewinnen. Quelle: Ärzteblatt

Die Debatte darüber, Pflegekräften mehr ärztliche Tätigkeiten zuzuweisen, besteht nicht erst seit gestern. Doch mit der aktuellen Personalsituation, können keine weiteren Aufgaben von Pflegekräften abgedeckt werden. Die Aufwertung des Berufes ist wichtig und jeder Schritt in diese Richtung sollte unternommen werden.

Die Akademisierung der Pflege ist ausschlaggebend, um im europäischen Raum mithalten zu können. Sie kann aber auch zum Nachteil für nicht akademisierte Pflegekräfte werden. Erhalten akademisierte Pflegekräfte den Vorzug durch höhere Qualifikationen? Werden sie besser bezahlt?

Der Beruf muss, für bereits vorhandene Pflegekräfte, attraktiver werden. Mehr Weiterbildungsmöglichkeiten, mehr Anerkennung, mehr Gehalt und individuelle Arbeitszeitmodelle locken das Personal. Hier muss angesetzt werden, um dem Pflegenotstand schon heute entgegenzutreten.

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Heimaufsicht überfordert

Laut den Recherchen des NRD und MDR, kommt die Heimaufsicht in einigen Bundesländern ihrer Kontrollaufsicht nicht nach.

Die Prüfquoten in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Sachsen seien am niedrigsten im vergangenen Jahr gewesen. 2016 erzielte die Heimaufsicht in Hamburg eine Prüfquote von 8%, 2017 waren es 22%. Als Gründe für diese Quoten werden Zeit- und Personalmangel genannt. In Niedersachsen hingegen schafft die Heimaufsicht ihre Prüfquoten vollständig.

Die Heimaufsicht ist eine Prüf- und Kontrollinstanz, die sowohl gesetzliche Vorschriften, als auch die Qualität der Betreuung und Pflege prüft. Sie stellt sicher, dass die Rechte der Menschen in Pflegeeinrichtungen gewahrt werden. Jährlich werden dazu, nach den Heimgesetzen der Länder, Prüfungen in Einrichtungen vorgenommen. Anders als der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK), kann die Heimaufsicht bei Mängeln Sanktionen aussprechen. Im schlimmsten Fall, bedeutet dies die Schließung der Pflegeeinrichtung. Quelle: WELT

Erschreckende Zahlen, bedenkt man den aktuellen Pflegenotstand. Besonders jetzt müssen die Sicherheit und die Rechte von pflegebedürftigen Menschen überprüft und garantiert werden. Was muss noch alles in der Pflege geschehen, um die volle Aufmerksamkeit der Politik zu erhalten?

 

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Westerfellhaus wird Pflegebeauftragter

Jens Spahn (CDU), der neue Gesundheitsminister, will die Pflegeberufe aufwerten. Er fordert mehr Ausbildungsplätze in der Pflege, Personaluntergrenzen und allgemein verbindliche Tarifverträge. In seiner ersten Amtshandlung, erklärte er Andreas Westerfellhaus zum neuen Pflegebeauftragten. Quelle: ZEIT ONLINE

Westerfellhaus war acht Jahre Präsident des Deutschen Pflegerats. 1979 schloss er die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ab. Er bildete sich weiter zur Fachkraft für Intensivpflege und Anästhesie, sowie zum Betriebswirt. Nach seinem Studium in Pädagogik für Gesundheitsberufe, wurde er Leiter der Krankenpflegeschule in Gütersloh. Seit 2000 ist er Geschäftsführer der Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen in Gütersloh. Quelle: Die Glocke online

Als Chef des Pflegerats forderte er stets eine gute Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen, eine Mindestpersonalgrenze und auch Aufstiegschancen für Pflegende. Quelle: domradio.de

Wir von vemundo freuen uns darüber, jemanden im Amt zu sehen, der aus dem Pflegeberuf kommt. Wir hoffen sehr, dass Andreas Westerfellhaus, mit seiner Erfahrung und Kenntnis über die derzeitigen Arbeitsbedingungen, sich in der Bundesregierung behaupten kann und für professionell Pflegende einstehen wird.

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Ministerium für Gesundheit und Pflege

Kordula Schulz-Asche, pflegepolitische Sprecherin der Grünen, fordert die Umbenennung des „Ministeriums für Gesundheit“ in „Ministerium für Gesundheit und Pflege“. Der Pflegeberuf habe eine hohe Bedeutung, erhalte aber noch zu wenig Aufmerksamkeit.

Laut Schulz-Asche, seien zwei Schritte notwendig:

  1. Die Namensänderung.
  2. Ein Sofortprogramm für die Pflege.

Es müssten dringend zusätzlich 25.000 Stellen in der Pflege finanziert werden, nicht nur die, zuvor vereinbarten, 8.000 Stellen. Quelle: epoch times

Wir schließen uns der Meinung von Frau Schulz-Asche an. Ob jedoch die 25.000 zusätzlichen Stellen ausreichen werden, ist fraglich. Sie wären aber ein Anfang.

Die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit ergab Ende Dezember, dass nur 29 Arbeitslose auf 100 gemeldete Stellen in Pflegeberufen kämen, die Zeitarbeit ausgenommen.

Berücksichtigt man den unveränderten Personalbedarf für Pflegebedürftige und die demografische Entwicklung, so fehlen 2025, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, ca. 200.000 Pflegekräfte. Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Forderungen zu stellen, Aussagen zu tätigen und nur über die Pflege zu diskutieren, wird zu keinem Ergebnis führen. Wir brauchen weitaus mehr!

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